Das Böse braucht das Schweigen der Mehrheit.

Sprach isch Heimat

Jede redt, win ihm dr Schnabel gwachse isch! Das seit eigentlech scho fasch alles: so, wi mir üs usdrücke, verrate mir vil über üs, über üsi Härkunft, vilicht über üse Bbruef, aber ou über üse Umgang. Dass mir vo dr Muetersprach rede, zeigt, dass üs d Sprach vom Chindsbett a ggä wird. Und de wachst üs äbe dä Schnabel ...

Die Marginalie ist die Hauszeitschrift aller Stämpfli-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie erscheint viermal im Jahr.

Jede redt, win ihm dr Schnabel gwachse isch! Das seit eigentlech scho fasch alles: so, wi mir üs usdrücke, verrate mir vil über üs, über üsi Härkunft, vilicht über üse Bbruef, aber ou über üse Umgang. Dass mir vo dr Muetersprach rede, zeigt, dass üs d Sprach vom Chindsbett a ggä wird. Und de wachst üs äbe dä Schnabel ...

Dr Heinrich Heine (
Atta Troll - ein Sommernachtstraum) seit de no:

Andre Zeiten, andre Vögel!
Andre Vögel, andre Lieder!

Wider die Tier mit de Schnäbel, und die singe, guaagge, chädere, schnädere oder tüe wi ne Wiggle (E Wiggle isch en Üüle, oder e Chuz) i allne Zyte geng chly anders. Oder fahret Dir no mit em Charabanc (Das chunnt us em Französische, gmeint isch e Bus) i d Stadt? Was isch e Vonderhänder (Ds Ross rächts vor Deichsle, wyter wäg vom linggs loufende Fuehrma, em andere seit me de dr Zuederhänder)? Di wenigste wüsse no, dass es eigentlech zwe Manne, zwo Froue und zwöi Chind sy. „Zwöi“ wird für alles bbruucht und dr Artikel chuum me dekliniert. D Sprach wandlet sich und passt sich üsne Gwohnheite a.

Ig finde aber, d Sprach syg ou wi nes Chleid, und Chleider mache bekanntlech Lüt. Me cha di eigeti Sprach pflege oder se la verlottere. Im erste Fall blybt me gloub erkennbar, am Dialäkt, a de familietypische Usdrück, oder a dene Wörter, wo eim ere bestimmte Gruppe löö la zueordne. Dr ander Wäg ume besteit Gfahr, dass me imene Einheitsbrei vrschwindet und e Huufe vo syre Identität ufgit. Oder dass me sich es Chleid zuechetuet, wo me nie würd trage, wär es us Stoff.

Me cha aber natürlech näbe syni eigeti Sprach ou no e Nöii stelle. Mit em Französisch hei mir ja fasch alli ir Schuel gchnorzet. Für mi sy Sprache und Dialäkte geng ou ds Uftue vomene nöie Horizont gsy. Es git mir d Müglechkeit, mi inere andere Wält zmindest einisch umezluege. Di anderi Sprach, oder dr ander Dialäkt so guet ds chönne, dass es grad zu nere nöie Identität wird, isch schwirig. Aber me cha immerhin einisch es anders Chleid aalege. Wenn ig dra dänke, wi guet, oder äbe wi schlächt, ig Frömdsprache cha, de tuuschen ig ds Alltagschleid ender gäge nes Paar Badhose. Aber settigi sy ja mängisch genau richtig.